• Der Mödlinger ist in hohem Maße sympathiebegabt

DISTRICT: Joesi, man kann dich als Multitalent beschreiben. Wie würdest du dich und deinen Beruf selbst beschreiben?

Joesi Prokopetz: Das Finanzamt führt mich als „Autor mit eigenem Vortrag“, das beschreibt meine Tätigkeit ganz gut.

DISTRICT: Viele wissen vielleicht nicht, dass du eigentlich als Liederschreiber begonnen hast. U.a. hast du für Wolfgang Ambros „Da Hofa“ geschrieben und ihm somit zu seinem Durchbruch verholfen. Wie war das damals Mitten im Aufschwung des Austropos dabei zu sein?

Joesi Prokopetz: In Wahrheit war´s nicht der „Aufschwung“, sondern der Beginn, der Urschrei gewissermaßen und – unter uns – wüsste ich heute noch, wie das war, wär ich nicht dabei gewesen.

DISTRICT: Was war dein schönstes Erlebnis in deiner beruflichen Laufbahn, das dir ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

Joesi Prokopetz: Als ich mit DÖF 1983 in Berlin bei der ZDF Hitparade Nummer 1 geworden bin und „CODO-düse im Sauseschritt“ 8 Wochen lang Platz 1 der deutschen Hitparade gewesen war.

DISTRICT: Als Urgestein der österreichischen Kabarett-, Künstler, Schauspieler- und Musikerszene – was hat sich deiner Meinung nach besonders verändert zu früher?

Joesi Prokopetz: Früher musste man kreativ sein, umsetzen musste man‘s, können und viel Glück musste man haben. Heute ist es genau umgekehrt.

DISTRICT: 2008 wurde dir der Berufstitel „Professor“ verliehen. Wie lebt es sich seither mit diesem Titel in einem Land, dass noch immer hohen Wert auf Titel legt.

Joesi Prokopetz: Den „Professor“ lass ich nur bei ganz pamperten und depperten Leuten raushängen. Ansonsten freut mich die offizielle Anerkennung meiner Erzeugnisse ganz außerordentlich.

DISTRICT: Du wohnst mittlerweile seit 15 Jahren im Bezirk Mödling. Was schätz du denn an Mödling?

Joesi Prokopetz: Hohe Lebensqualität, dichte Infrastruktur in Tateinheitn mit viel Grün und dadurch hohem Freizeitwert. Und kein Parkplatzdilemma.

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DISTRICT: Bedingt durch deinen Beruf bist du ein Menschenbeobachter. Was hast du denn an uns Mödlingern beobachten können?

Joesi Prokopetz: Niemand hat eine zweite Chance einen ersten Eindruck zu machen; mein erster „Zusammenstoß“ mit Mödlingern war bei einem Faschingsumzug, während dem ganz viele, ansonsten vernunftbegabt scheinende Menschen, mit großer Freude und Inbrunst „Mö, mö!“ riefen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist der Homo mödlingiensis in hohem Maße sympathiebegabt und schätzenswert.

DISTRICT: Was sind deine aktuellen Projekte?

Joesi Prokopetz: Mein – voraussichtlich – letztes Programm VOLLPENSION – Blick zurück nach vorn. Prädikat: Sehenswert. Mit allen Hits, mit Hr. Alfons Rädl, Trude die Teufelstaube, Darf ich kosten? u.v.m…

Premiere 13.03.2017 im Orpheum Wien, an meinem 65. Geburtstag, der mit meinem Pensionsantritt zusammenfällt, denn ab 01.04. 2017 beziehe ich Rente. Dem nicht genug erscheint im Herbst 2017 mein 7. Buch 33 SEITENSPRÜNGE oder kalte Füße in der Karibik. Prädikat: Lesenswert

Joesi Prokopetz

Vollpension – Blick in die Zukunft

Premiere ist am 13.03.2017 im Orpheum Wien

www.prokopetz.at

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